Saisonalität und ihre Auswirkungen auf den EPC

Erfahrungsgemäß sind die Umsatzzahlen im Einzelhandel in der Vorweihnachtszeit und dann wieder zu Beginn des Jahres, wenn die Leute im Schlussverkauf auf Schnäppchensuche gehen, höher als im restlichen Jahreszeitraum. In den Sommermonaten sind vor allem im Online-Handel tendenziell niedrigere Umsätze zu verzeichnen: Die meisten verbringen ihre Ferien doch lieber draußen in der Sonne, statt vor dem Computer zu sitzen und im Internet zu surfen und einzukaufen. eBay ist da keine Ausnahme und im gleichen Maße, wie die Klickzahlen im Laufe des Jahres abnehmen, um dann zum Jahresende hin wieder anzusteigen, sinken auch die Conversion Rates während des Jahres kontinuierlich. Es sind zwar auch dann immer noch Online-Käufer im Internet, aber außerhalb der Spitzenzeiten seltener bereit, dort auch einzukaufen. Da die Conversion Rate bei der Ermittlung des EPC-Betrags beim QCP-System eine große Rolle spielt, werden mit großer Wahrscheinlichkeit saisonale Schwankungen bei Ihrem EPC-Betrag auftreten. In diesem Punkt unterscheidet sich das QCP-System nicht vom alten CPA-System.

saisonalität Gebots-/Sofort-Kaufen-Rate (Bid/Bin Rate) pro Besuch als Index für eine US-Website 2009

Die saisonalen Tendenzen sind zudem auch länderabhängig – vor allem im Sommer. Während in Frankreich, Italien und Spanien häufig sehr lange (Schul-)Sommerferien im Juli und August die Regel sind, ist dies in den USA, Großbritannien und Deutschland seltener der Fall, sodass das „Sommerloch“ gemessen an Umsätzen und der Conversion Rate in den letztgenannten Ländern nicht ganz so stark ausgeprägt ist. Nicht nur im Affiliate Marketing sondern auch in anderen Internet-Marketingkanälen stellen wir allerdings fest, dass die Traffickosten in dieser Periode auch geringer ausfallen, da die Werbenachfrage in dieser Zeit sinkt. Das heißt für Sie, dass Ihre Margen trotz niedrigerer EPC-Beträge häufig stabil bleiben.

Die Auswirkungen der Saisonalität hängen auch oft davon ab, welche Produkte Sie auf Ihrer Website bewerben. Wenn Sie beispielsweise eine Website für Angelzubehör, die im Sommer am häufigsten besucht wird, betreiben, sieht Ihre Statistik mit Sicherheit anders aus als die einer Website, auf der für das beste Weihnachtsgeschenk des Jahres geworben wird, wie zum Beispiel 2009 in den USA die „Zhu Zhu Pets“ (in Großbritannien als „GoGo Hamsters“ verkauft) oder 2008 Wii Fit.

Schließlich sollten Sie bei Änderungen der eBay-Einbindungen stets auch einen Saisonalitätsfaktor mit einbeziehen, wenn Sie die Werbewirksamkeit unterschiedlicher Werbemittel oder verschiedener Anordnungen bewerten. Wenn Sie beispielsweise Anfang Januar eine Kampagne geändert haben, erhalten Sie beim Vergleich Ihres EPC-Betrags in der Zeit vor Weihnachten mit dem Zeitraum danach nur dann ein genaues Bild, wenn Sie den obligatorischen saisonalen Knick bei den Umsatzzahlen mit einrechnen. Zu diesem Zweck können Sie entweder das Diagramm oben exemplarisch verwenden oder aber Ihre eigenen saisonalen Trends für 2009 betrachten und diese auf die diesjährigen Daten anwenden – natürlich vorausgesetzt, dass Sie schon so lange Mitglied im eBay Partner Network sind. Falls Sie die Möglichkeit haben, AB-Tests durchzuführen, können Sie somit das Problem der Saisonalität umgehen und Gleiches mit Gleichem vergleichen. Und wenn Sie mehrere Websites betreiben, steht Ihnen auch die Möglichkeit offen, nur eine Website zu ändern und dann deren Ergebnisse mit denen der anderen Websites in Ihrem Portfolio in Beziehung zu setzen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit Ihre EPC-Beträge ab März eher sinken, im September dann wieder tendentiell ansteigen werden. Wie stark diese Tendenz ausfällt, hängt jedoch vom jeweiligen Programm und auch davon ab, was für Produkte Sie bewerben. Saisonalität ist schon immer ein alljährliches Phänomen – ob nun beim alten CPA-Modell oder jetzt beim QCP-Algorithmus. Viel wichtiger sind stabile oder verbesserte Margen. Wenn Sie also dran bleiben und Ihre Kampagnen weiter optimieren, können Sie sich möglicherweise dem saisonalen Trend erfolgreich widersetzen. In unseren Artikeln zu bewährten Optimierungsmethoden finden Sie eine Menge entsprechender Anregungen. Es lohnt sich also, dort ein wenig zu stöbern!